Wir wissen nichts von diesem Hingehn, das
nicht mit uns teilt. Wir haben keinen Grund,
Bewunderung und Liebe oder Haß
dem Tod zu zeigen, den ein Maskenmund

 

tragischer Klage wunderlich entstellt.
Noch ist die Welt voll Rollen, die wir spielen.
Solang wir sorgen, ob wir auch gefiehlen,
spielt auch der Tod, obwohl er nicht gefällt.

 

Doch als du gingst, da brach in diese Bühne
ein Streifen Wirklichkeit durch jenen Spalt
durch den du hingingst: Grün wirklicher Grüne,
wirklicher Sonnenschein, wirklicher Wald.

 

Wir spielen weiter. Bang und schwer Erlerntes
hersagend und Gebärden dann und wann
aufhebend; aber dein von uns entferntes,
aus unserm Stück entrücktes Dasein kann

 

uns manchmal überkommen, wie ein Wissen
von jener Wirklichkeit sich niedersenkend,
so daß wir eine Weile hingerissen
das Lebend spielend, nicht an Beifall denkend.

 

Rainer Maria Rilke

 

 



Ingrid Wernikowski
*05.10.1952 †06.06.2010

Am Premierensonntag, den 6. Juni verstarb für uns alle plötzlich und unerwartet unsere langjährige Freundin und Kollegin Ingrid Wernikowski.

In den vergangenen zwanzig Jahren war sie fester Bestandteil auf unseren Bühnen und hat Sie und uns in ihren Figuren verzaubern können.

Zu sehen war sie als "Witwe Schlotterbeck" (1991, Räuber Hotzenplotz), "Hexe Guggel-Guggel" (1994, Der kleine Troll Krölle Bölle), "Mamie" (2004, Die acht Frauen), als "wiener Krokodül" (2004, Peter Pan), als "dicke Berta" (2007, Pünktchen und Anton), als "Frau Waas/Mahlzahn" (2008, Jim Knopf) oder als "Prysseliese" (2009, Pippi Langstrumpf).

Wir alle sind zutiefst erschüttert und senden all unsere Kraft und Gedanken an Ingrids Familie.

Wenn Sie Raum für Ihre persönlichen Gedanken und Anteilnahme suchen, würden wir uns freuen, wenn Sie diesen Blog nutzen.

 

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