nach Lewis Carroll

Adaption & Regie // Jörg Albrecht & Christian Claas

[Märchen.pop.up No.1]

Regieassistenz // Ramona Pöpping & Janine Siepmann

Uraufführung // 5. August 2005, 20.30 Uhr

Wer weiße Kaninchen sieht, ist kurz vor dem Absturz. Dem Absturz in ein Kaninchenloch zum Beispiel, in ein Wunderland. Dort können die seltsamsten Gestalten leben. Blaue Raupen, Herzoginnen mit Schweinebabys, grinsende Cheshirekatzen, verrückte Teegesellschaften, köpfende Spielkarten, kämpfende Zwillinge und sprechende und zerbrechende Rieseneier. Was die kleine Alice nach dem Sturz in das Innere der Erde erlebt, kann selbst den klarsten Kopf ein wenig durcheinander bringen. Denn hier scheint alles anders herum zu funktionieren als in der Erwachsenenwelt, jeder Satz wird im Mund herum gedreht und zurückgeschickt.




Lewis Carrolls Romane »Alice’s Adventures in Wonderland« und »Through The Looking Glass« zählen zu den meistgelesenen Texten der Weltliteratur, verarbeitet zu Filmen, Hörspielen, Musicals und Computerspielen. 2005 sind 140 Jahre seit der ersten Veröffentlichung des Wunderland-Buches vergangen. Doch vielleicht zeigt sich erst im Zeitalter der virtuelle Realität, der Vernetzungen und der sprechenden Computerprogramme, wie das Wunderland funktioniert.

Alice läuft durch die Welt der verrückten Figuren wie durch die Level eines Videospiels, an jeder Station erwartet sie eine neue Form von Verrücktheit. Die Figuren von Carroll reden, essen, und sehen in ihrem Wunderland. Und das Sehen geschieht unter anderem durch die Kamera des Lewis Carroll, der selbst in der Inszenierung auftaucht. So ist die Fotografie ein entscheidendes Bildfeld in der Syburger Inszenierung, durch Fotolinsen, Dunkelkammern und Glasplatten.

In ihrer Theaterfassung wollen Jörg Albrecht und Christian Claas die liebenswert-merkwürdigen Figuren Carrolls über das in den Mittelpunkt stellen, was sie ausmacht: die Sprache, ihre eigene Logik und ihre Musikalität. ALICE als Panoptikum schräger Charaktere, als Panorama von Wirklichkeiten, als Landschaft aus Fragen und noch mehr Fragen – ein ver-rückter Abend im Syburger Wunderland.

ALICE eröffnet zudem die Inszenierungsserie »Märchen.pop.up«, in der Märchen der Moderne neu erzählt werden, in sprachlichen und musikalischen Rhythmen und pop-artigen Bildern.







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