![]() |
Nach dem Roman von Max Kruse in einer Bühnenfassung von Frank Pinkus.
Regie: Markus Beer & Christian Claas
Musik: Christian Claas
Dauer: ca. 75 Minuten
VIEL GETSCHIEHE UM EINE MUPFEL
Es war einmal auf einer schönen Insel irgendwo in der Südsee mit Namen Titiwu. Dort leben noch heute Tiere und Menschen in trauter Eintracht zusammen. Verantwortlich dafür ist ein zerstreuter und komischer Professor namens Habakuk Tibatong. Aber hört selbst, was er sagt:
„Ich habe eine Möglichkeit entdeckt, den Tieren das Sprechen beizubringen.“
Ja, das stimmt durchaus. Da ist zum ersten die resolute und doch herzensgute Wutz. Sie ist dem Professor als schweinische Haushälterin treu ergeben:
„Öff öff, Haushälterin reicht vollkommen aus!“
Entschuldige bitte, Wutz.
„Wie ihr merken könnt ist sie leider an einigen Tagen auch sehr reizbar und ruft mich dann zur Ordnung.“
Aha, lieber Herr Professor. Liegt das vielleicht daran, dass Sie immer alles herumliegen lassen? Huch, wer kommt denn da?
„Dann gibt es da noch uns. Wir heißen Ping Pinguin und Wawa Waran und sind untschertrennliche Freunde.“
Das ist wohl richtig, Wawa, aber leider streitet ihr euch auch ständig darüber, wer denn nun in der Riesenmuschel am Strand wohnen darf.
„Äch häbe noch nie eine so schöne Riesenmuschäl gehäbt!“
Oh, das ist Schusch der Schuhschnabel.
„Ond öch auch nöcht. Das macht möch ömmör so traurög!“
Und das ist der Seele-Fant auf seinem Felsen. Der Professor hat ihm nicht nur das Sprechen, sondern auch das Singen beigebracht. So singt er jetzt ständig traurige Lieder. Leider trifft er nicht immer den richtigen Ton. Ach ja, wie ihr beim Lesen bestimmt schon gemerkt hat, treffen die anderen Tiere auch nicht immer den richtigen Ton - oh Pardon, den richtigen Buchstaben. Denn bis auf Wutz haben alle einen kleinen Sprachfehler. Was ist los, Ping Pinguin?
„Ich will endlich eine pföne Riesenmupfel ganz für mich allein haben!“
Das heißt schön und Muschel, Ping.
„Ja sag ich doch, Mupfel“
Ja, was willst du sagen, Wawa?
„Ping soll meine Muschel in Ruhe lassen. Ich tschwicke ihm sonst in den Bauch, wenn er meiner Muschel tschu nahe kommt!“
Ihr seht, liebe Kinder, Wawa hat da auch so seine Probleme.
„Und dann mussten der Professor, Wutz und ich aus unserer Heimatstadt Winkelberg flüchten!“
Ah, hallo Tim Tintenklecks. Er ist der Pflegesohn vom Professor.
„Genau. Einige Leute wollten nicht, dass ich beim Professor bleibe. Er verfolgt so komische Theorien, sagen sie. Dabei will ich gar nicht bei so stinknormalen Leuten leben.“
Ja, da hast du recht, Tim. Der Professor ist auf der Suche nach dem Urmel. Das ist ein Millionen Jahre altes drachenähnliches Wesen.
„Und eines Tages haben wir es endlich entdeckt.“
Das stimmt, Herr Professor, erzählen Sie doch mal.
„Gern. Ein Eisberg wurde an den Strand von Titiwu geschwemmt. Und tief im Inneren des Eises war es verborgen: Das Ei mit dem lebenden Urmel.“
„Wir haben dann das Ei vorsichtig ausgebrütet. Und plötzlich ist das Urmel gepflüpft, nicht wahr Wawa?“
„Gantsch recht, Ping. Es hat sofort das Hertsch von Wutsch im Sturm erobert.“
„Öff öff, ist es verboten, dass ein Schwein mütterliche Gefühle hat?“
Nein, Wutz, ist es nicht. Besonders nicht wenn man sich so liebevoll um das kleine Urmel kümmert, wie du es machst.
„Bald stellte sich heraus, dass das Urmel bereits sprechen konnte. Deswegen habe ich eine Flaschenpost an meinen Erzfeind Doktor Zwengelmann in Winkelberg geschickt.“
Leider konnte der Herr Professor nicht wissen, dass diese Information beim König Pumponell von Pumpolonien landete. Dem war von seinem Königreich nicht mehr viel geblieben außer seinem Diener Sami.
„Öff öff, der König hat gleich seine Chance gewittert. Er ist auf Urmeljagd gegangen und dann hat Wawa das Urmel in eine Höhle versteckt…“
Halt, Wutz, wir wollen unseren Zuschauern doch nicht zuviel verraten. Das alles können doch gleich alle hier bei uns im Theater sehen. Und wir versprechen euch spannende und lustige Abenteuer. Die Höhle ist nämlich eingestürzt und da gibt es noch eine unheimliche Riesenkrabbe und gefährliches Lachgas…
„Pst, ich dachte, wir wollen an dieser Stelle nichts mehr verraten!“
Entschuldigen Sie, Herr Professor, Sie haben recht. Also dann: Vorhang auf und Heia Safari!
DIE GESCHICHTE DER GESCHICHTE
Am Anfang war das Urmel. Lange vor der medialen Geburt von Tabaluga oder den putzigen Dinos aus Disney´s Land vor unserer Zeit exisitierte es bereits. Genauer gesagt erblickte das Urmel 1969 das Licht der Welt. Erdacht und aufgeschrieben von Max Kruse, einem Sohn der bekannten „Puppenmutter“ Käthe Kruse, begann es seinen Siegeszug zuerst in Buchform, bis die Verfilmung der Augsburger Puppenkiste aus dem süßen grünen Urmel das machte, was es heute ist: einen Klassiker für die ganze Familie, dessen Bücher, Verfilmungen und Hörspiele mittlerweile eine Millionenauflage erreicht haben. Und es ist kein Ende in Sicht.
Ende 2005 „urmelte“ Dirk Bach in einer zweiteiligen Comedyserie beim privaten Fernsehsender SAT 1 und im August 2006 läuft eine aufwändig produzierte computer-animierte und auf den internationalen Filmmarkt schielende Kinoversion an.
Das Urmel hat sich längst seinen Platz in den Herzen zahlreicher Kinder, Erwachsener und jung gebliebenen Menschen erobert.
Grund genug für die Naturbühne Hohensyburg nach 1988 diesen herrlichen Abenteuerspaß für die ganze Familie erneut und erneuert auf die „Bretter“ zu bringen. Wieder einmal führen wir die Linie unserer Kinderstücke von den OPODELDOKS (2001) über PETER PAN (2004) bis KÄNGA (2005) einen Schritt weiter. Zwischen Humor und Spannung angesiedelt lebt diese Inszenierung von den erfrischenden Tier- und den liebevoll karikierten Menschcharakteren. Unterstützt und unterstrichen werden die gefühlvollen Szenen wieder einmal von den eigens für dieses Stück geschriebenen Kompositionen, für die auch wie in den letzten Jahren zuvor erneut Christian Claas verantwortlich zeichnet.
Lasst euch entführen auf eine Insel voller Exotik und in ein Abenteuer voller Spannung. Fliegt gemeinsam mit uns nach Titiwu und erlebt dort sonnige und laue Sommerferiennachmittage.
Design und Realistion: EDV-Serviceteam
Copyright © 2004-2006 by Naturbühne Hohensyburg