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Downtown. Irgendwo mitten im heruntergekommenen Scherbenviertel der Stadt schlängelt sich die Skid Row daher. Hier lebt, wer es nicht geschafft hat. Hier lebt auch Seymour Krelbourne, der als kleinstes Licht versucht vor seinem Chef Mr. Mushnik in dessen Blumenladen zu glänzen. Auch Mushniks Blumenladen hat schon bessere Tage gesehen. Das Einzige, was hier zaghaft erblüht ist die Liebe zwischen Seymour und der einzigen anderen Angestellten des kleinen Lädchens, Audrey. Aber was wird aus der Liebe, wenn der Laden eingeht? Dann steht Seymour auf der Strasse und Audrey muss ihren sadistischen Verlobten heiraten.
Verzweifelt überzeugt Audrey Mr. Mushnik, das obskure Pflänzchen ins Schaufenster zu stellen, dass Seymour bei der letzten Sonnenfinsternis beim Chinesen auf dem Blumenmarkt erstanden hat. Und ein Wunder geschieht, der kleine Laden blüht auf.
Doch das Glück wärt nicht lang, denn das zarte Pflänzchen hat es in sich: Es treibt und gedeiht – aber nicht durch Wasser und Blumendünger. Für Audrey Zwo, seinen fleischfressenden Pflanzenfreund, muss Seymour zu härteren Mitteln greifen, denn das Grünzeug braucht Blut...
Die Geschichte um den heruntergekommenen Blumenladen in der dreckigen Skid Row ist durch eine Menge berühmter Hände geflossen. 1960 erfunden und im unglaublichen Zeitraum von nur zwei Tagen und einer Nacht als Spielfilm gedreht von B-Movie Choriphäe Roger Corman, der in den vergangen 50 Jahren satte 393 Filme produzierte, wobei er bei 56 selbst als Regisseur tätig war. Trotz der Masse an Werken gewann Corman wenig prestigeträchtige Auszeichnungen, verschaffte aber einer ganzen Reihe von heutigen Hollywood-Stars die nötige Aufmerksamkeit zum Durchbruch in der Branche, unter anderem Jack Nicholson, der als Masochist im „Little Shop of Horrors“ auffiel. 1982 wird die Geschichte von Alan Menken und Howard Ashman mit ihrer Musik veredelt und avanciert zum Kultmusical. Das Erfolgsduo Menken & Ashman lernt sich bei der Arbeit zum „Little Shop of Horrors“ kennen und ist fortan unzertrennlich. Gemeinsam erhalten sie neben etlichen anderen Auszeichnungen zwei Grammys, Zwei Golden Globes und zwei Oscars für „Under the sea“ aus Disneys „Arielle, die Meerjungfrau“ und „Beauty and the Beast“ aus Disneys „Die Schöne und das Biest“. Der Schauspielautor, Film- und Musicaltexter Howard Ashman stirbt 1991 im Alter von nur 40 Jahren an Aids. Der Komponist Alan Menken erschafft weiterhin wunderschöne Filmmusik und gewinnt sechs weitere Oscars. Die letzte Berühmtheit, die die Finger nicht von der skurilen Story lassen konnte und die Musicalversion verfilmte, ist niemand geringeres als der Schauspieler, Puppenspieler und Regisseur Frank Oz. Er erschuf und spielte die Figuren „Yoda“ aus „Star Wars“ und „Miss Piggy“ aus der „Muppet Show“. Aus der langjährigen Zusammenarbeit mit Jim Henson entstanden die beliebten Sendungen „Sesame Street“ und die „Muppet Show“, außerdem führte er bei zahlreichen Spielfilmen Regie.
Am 06. Mai 1982 in New York uraufgeführt, vier Jahre später am 06. Mai 1986 erstmals in Deutschland aufgeführt, zählt dieses, etwas andere Musical, zu den am häufigsten aufgeführten Musicals ohne festen Spielort in Deutschland.
Die vielen skurilen, aber stark ausgearbeiteten, Figuren lassen den Zuschauer auf eine schwarz-komödiantische Art und Weise an ihrer Geschichte teilhaben, die Ihresgleichen sucht. Schnell kann man mit den beiden übertypisierten Hauptcharakteren Audrey und Seymour mitfühlen, ohne die eigentlich tragisch-dramatische Situation zu stark empfinden zu müssen. Auch der schmierige Ladenbesitzer Mushnik und der sadistische Zahnarzt Scrivello bandeln schnell mit dem Publikum an. Eingerahmt wird die Szenerie immer wieder von drei jungen Damen, Ronette, Chiffon und Chrystal, die wie ein griechischer Theaterchor Begleiter der Handlung sind. Die extrem tanzbare Musik ist der letzte Hauptdarsteller, der in diesem Musical immer im Vordergrund steht. Sie unterstützt und umschmeichelt die schräg angelegten Charaktere auf großartige Weise, wie zum Beispiel, den durch die Musik als Elvis-Double ausgewiesenen sadistischen Zahnarzt, oder den mit einem Tango noch schleimiger wirkenden Mushnik. Gleichzeitig swingt die Musik sanft ins Ohr, wo sie bleibt, sich als kleiner Wurm festsetzt und weiter summt. Fulminant lässt sie Spannung entstehen, wenn die gierige Pflanze ihre Opfer sucht, um dann gleich wieder rockig loszudonnern und den Zuschauer vor genau diesem fiesen Grünzeug zu warnen. Kein Song in diesem Kultmusical muss sich hinter anderen verstecken.
Mit „Der kleine Horrorladen“ widmet sich Theaterpädagogin und Regisseurin Kirstin Cramer bereits zum zweiten Mal einem Musicalstoff. Nach der Revuehaften Musicalfassung des Klassikers von Alexandre Dumas „Die Kameliendame“, in dem es schillerte und glitzerte, wird es nun etwas düsterer auf der, vom Syburger Wald eingerahmten Bühne. Es wird getanzt, gesungen und gespielt natürlich live und in Farbe. Und davon wird es viel geben, denn es wird bunt und skuril. In dem, einem Abenteuerspielplatz ähnelnden Bühnenbild, wird das junge Ensemble auf den vielen verschiedenen Bühnenebenen zeigen, was es heißt zu rocken und zu rollen, zu singen und zu swingen. Dabei stehen die schrägen Figuren im Vordergrund, die in intensiver Rollenarbeit mit den Darstellern liebevoll entwickelt werden. Außerdem arbeitet das Ensemble immer wieder in der Gruppe, um die vielen schnellen Wechsel der Szenerie, gespickt mit Tanz und Gesang, präzise darbieten zu können. Auch an der ständig wachsenden Pflanze wird nicht gespart. Lassen Sie sich überraschen in diesem Jahr wird es grün...
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